2012 – Apokalypse mit tiefen Kratern und flacher Story

Man muss schon ein eingefleischter Fan von Katastrophenfilmen sein, um diesen Film gutzuheissen. In nie enden wollenden 160 Minuten präsentiert der deutsche Regisseur Roland Emmerich, wie er sich den Weltuntergang, gemäß jahrtausender alter Maya Prophezeiungen, vorstellt. Schon von Beginn an überwältigt ein noch nie da gewesenes Animationsspektakel den Zuseher. Hochhäuser versinken und unendlich tiefe Krater fressen sich durch die Vororte Californiens. Emmerich zufolge kleckert Mutter Natur nicht, sie klotzt – mit Mega Erdbeben, die ganze Städte versinken lassen, Vulkanausbrüchen, welche Hawaii in ein Flammeninferno verwandeln und Riesentsunamis, die mühelos über Indien, Nepal und China rollen. Afrika, die Wiege der Menschheit, soll ein weiteres Mal der Ausgangspunkt einer wachsenden Zivilisation werden, indem der Kontinent durch erhöhte Plattendektonik mehrere 1000m angehoben wird.

So weit, so gut. Weltuntergang ist eben mal ne schmutzige Angelegenheit. Und dass sich die vier Elemente mit erbostem Grollen für die Unfähigkeit der COP15 Teilnehmer revanchieren, ist auch gut nachzuvollziehen. Aber die Story rund um den Filmhelden Jackson Curtis (gesp. von John Cusack) und die Rettung der Menschheit ist einfach nur lächerlich. Stellenweise fehlten mir die Worte beim Verfolgen der Flucht aus der Hölle. Nach bereits 30min schmerzte meine Stirn vom permanenten Kopfschütteln und -greifen. Noch dazu finde ich die Besetzung nicht optimal gewählt, sodass man stellenweise den aalglatt gebürsteten Charaktären kein Wort abnimmt. Das Sahnehäubchen bildet, wie in vielen weiteren Emmerich Filmen (siehe Independence Day), die Verherrlichung des amerikanischen National- (in diesem Fall Menschheits-) stolzes. Währdend sich andere Staatsoberhäupter in Sicherheit retten, steht der US Präsident zu seinem Volk und stirbr den Heldentod – WÜRG!

Eine detaillierte Inhaltsangabe würde den Rahmen sprengen, so versuche ich in 6 Punkten die größten Augenverdreher zu listen:

  1.  Fehlbesetzung 1: Danny Glover, den man mit heruntergelassenen Hosen auf einer explosiven Toilette mit Mel Gibson aus Lethal Weapon kennt, spielt das US Oberhaupt Präsident Wilson. Manchen Schauspielern nimmt man gewisse Rollen einfach nicht ab, oder könnt ihr euch bspw. Eddie Murphy als Private James Ryan vorstellen?
  2.  

  3. Fehlbesetzung 2: Woody Harrelson. Nach 15 Jahren musste scheinbar der Natural Born Killer wieder aus ihn raus. Die Rolle des verschrobenen Verschwörungstheoretikers Charlie Frost ist einfac zu klein, um Woody’s Talent zum Vorschein zu bringen und wirkt einfach nur schwachköpfig.
  4.  

  5. Jackson Curtis rettet seine Familie aus dem einstürzenden Haus, rast in einer Limousine quer durch LA (?), springt dabei durch einstürzende Häuser und weicht im Höchsttempo aufklaffenden Straßen aus. Er rast zum Flugplatz, schließt eine Propeller Maschine kurz und reist in den Yellowstone Park. Dort spürt er Charlie Frosts leeren Camping Wagen auf, schließt abermals diesen kurz – rast zielstrebig auf einen Berg, wo ihn Charlie Frost und ein ausbrechender Geysir erwarten. Grund für das Aufsuchen Frosts. eine Karte, die Curtis auf Anweisung findet. Mit dem Wohnwagen flieht der Held vor den tödlichen Ausbrüchen des Geysirs, fährt zurück zum Flugplatz, rutscht auf der Rollbahn in einen Abgrund, kann sich und die Karte retten, springt ins abhebende Flugzeug und fliegt nach Las Vegas, wo er gemeinsam mit ein paar Russen einen ukrainischen Frachtjumbo kapert, in letzter Sekunde dem implodierenden Las Vegas entflieht und in Hawaii zum Tanken zwischenlanden möchte. Hawaii steht in Flammen, so ist der Flieger gezwungen die Reise fortzusetzen und irgendwo im chinesischen Meer notzulanden. Das chinesische Meer mutierte zu einer schneebedeckten Hochebene, wo es unmöglich ist, zu landen. Kurzerhand nutzt Curtis die eingestellten Autos im Frachtraum des Fliegers, um damit aus dem fliegenden Jumbos auf die  Erde zu springen. Über Umwege gelangt Curtis in den Himalaya, wo menschenrettende Archen zur Abreise bereit stehen. Er kämpft sich durch einen unterirdischen zugang zur Arche, welche in Begriff zu starten ist. In diesem Augenblick erreicht ein Tsunami den Schauplatz, welche Curtis zwingt, in todesmutigen Tauchvorgängen, seine Familie zu retten. Schlussendlich gelingt ihm das. Bemerkenswert daran ist, dass die gesamte Odyssee hindurch Curtis Hemd lupenrein weiß bleibt und seine Krawatte perfekt sitzt…hat was von James Bond 
  6.  

  7. Der US Präsident zeigt eine unmenschliche Loyalität zum Volk. Er steht für unangefochtenen Patriotismus und überlässt Schwächeren den Vortritt. Er ist selbstlos und steht über allen Dingen. Diese Huldigung sorgt für Brechreiz bei bekennenden Europäern!
  8.  

  9. Die Menschheit wird gerettet, indem 8 gigantische Archen am Fuße des Himalayas gebaut werden. Fassungsvolumen: 400.000 Menschen plus eine biblische Auswahl an Fauna, Flora und Artefakten, wie die Mona Lisa oder Michelangelos David Statue. Konstruiert wurden diese Hi-Tech Monster in nie zuvor gesehenen riesigen Werften, welche unterirdisch in das Himalaya Massiv gehauen wurden. Die Kulisse könnte vom James Bond Film „Moonraker“ stammen. Das alles wurde in nur knapp 3 Jahren erbaut.
  10. Eine Tsunamiwelle in der Höhe von 1.500m umspült das Himalaya Plateau auf über 8.000m. Irgendwie passt das nicht zusammen.

Wie also eingangs erwähnt bleibt der Film relativ sinnfrei! Hier der Trailer…

1 Response to “2012 – Apokalypse mit tiefen Kratern und flacher Story”


  1. 1 Woma Tocher 05/02/2011 um 02:28

    Also ich meine dies ist nur eine kurzfristige Trendgeschichte


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